Firmen statt Einzelkunden
Der zentrale Unterschied: Im B2B-Modus verwaltet Shopify Unternehmen, nicht Personen. Ein Unternehmen kann mehrere Einkäufer haben, die sich einzeln anmelden, aber dieselben Konditionen und Adressen nutzen.
Das klingt nach einem Detail und ist der Kern. Damit lässt sich beantworten, was im Endkundenshop keinen Sinn ergibt: Welcher Mitarbeiter darf bestellen, bis zu welchem Betrag, und auf welche Rechnung läuft das.
Preislisten: der eigentliche Hebel
Hinterlege B2B-Kataloge mit passenden Preisen. Auf Basic, Grow und Advanced können bis zu drei aktive Kataloge B2B-Märkten zugeordnet werden; dafür ist das neue Shopify Markets erforderlich. Plus erlaubt zusätzlich unbegrenzt viele Kataloge und deren direkte Zuordnung zu Firmen oder Firmenstandorten.
Dazu kommen Mengenstaffeln und Mindestabnahmen je Produkt. Wer ab fünfzig Stück einen anderen Preis bekommt, muss das nicht mehr per Angebot abwickeln.
- B2B-Marktkataloge auf Standardtarifen; direkte Firmen- oder Standortzuordnung auf Plus
- Feste Preise oder prozentualer Abschlag auf den Listenpreis
- Mengenstaffeln und Mindestbestellmengen je Artikel
- Eigene Währung je Firma bei Auslandskunden
| Funktion | Basic / Grow / Advanced | Plus |
|---|---|---|
| Firmenkonten und Netto-Zahlungsziele | Verfügbar | Verfügbar |
| Aktive B2B-Marktkataloge | Bis zu drei; neues Markets erforderlich | Unbegrenzt |
| Katalog direkt je Firma oder Standort | Nicht verfügbar | Verfügbar |
| Anzahlungen bei B2B-Zahlungszielen | Nicht verfügbar | Verfügbar |
Zahlungsziele und Bestellung auf Rechnung
Geschäftskunden zahlen selten per Kreditkarte im Checkout. Shopify kann Zahlungsbedingungen je Firma hinterlegen — etwa Zahlung innerhalb von dreißig Tagen.
Bei Zahlungszielen muss der Ablauf Rechnung beziehungsweise Forderung und späteren Zahlungseingang unterscheiden. Ein nur durch Zahlung ausgelöster Export bildet eine unbezahlte Rechnung noch nicht ab. zrapp erstellt in seinem beschriebenen Standardablauf erst bei Zahlungseingang einen Beleg; für Rechnungskauf vor Zahlung brauchst du daher einen passend eingerichteten zusätzlichen Prozess.
Was auf der B2B-Rechnung anders ist
EU-B2B-Warenlieferungen können bei erfüllten Voraussetzungen als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei sein; der Erwerber versteuert dann den innergemeinschaftlichen Erwerb. Das ist von Reverse Charge bei bestimmten grenzüberschreitenden Dienstleistungen zu unterscheiden. Prüfe USt-IdNr., Warenbewegung und Nachweise für den konkreten Fall.
Und seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B empfangen können. Was das konkret heißt und bis wann, steht im Beitrag zur E-Rechnungspflicht.
Woran die Einrichtung meistens hängt
Nicht an Shopify. In fast allen Projekten liegt der Engpass davor: Die Konditionen sind gewachsen, stehen in Köpfen oder in einer Tabelle, und niemand kann sie vollständig benennen.
Bevor irgendetwas eingerichtet wird, brauchst du deshalb drei Listen: welche Kundengruppen es gibt, welchen Preis oder Abschlag jede bekommt, und welche Zahlungsbedingungen gelten. Das ist Kaufmannsarbeit, keine Technik — aber ohne sie wird der Shop nicht fertig.
Wann eine eigene App dazukommt
Der Standardumfang deckt viel ab. Eigene Entwicklung lohnt sich, wenn deine Konditionen Regeln folgen, die Shopify nicht kennt — Preise abhängig von der Jahresmenge, Freigaben über einem Betrag, oder ein Katalog, der aus der Warenwirtschaft kommt.
Dann bauen wir eine App, die genau diese Regel abbildet, statt sie in Preislisten nachzubauen und dauerhaft von Hand zu pflegen.