Entwicklung

Shopify B2B einrichten: Firmenkonten, Preislisten, Zahlungsziele

16. September 2026 · 4 Min. · zrapp.group · Aktualisiert 30. September 2026

Ein Shop für Geschäftskunden ist kein Shop mit anderen Preisen. Er braucht Firmen statt Einzelkunden, eigene Konditionen je Kunde und Abläufe, die ein Einkäufer erwartet — Bestellung auf Rechnung, Mengenstaffeln, wiederkehrende Bestellungen. Shopify bringt das mit. Dieser Beitrag zeigt, wie die Teile zusammenspielen und woran die Einrichtung in der Praxis hängt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Shopify B2B arbeitet mit Firmen statt Einzelkunden: Ein Unternehmen hat mehrere Einkäufer, eine Lieferadresse und eigene Konditionen.
  • Kataloge steuern B2B-Preise. Basic, Grow und Advanced unterstützen bis zu drei aktive B2B-Marktkataloge; direkte Katalogzuordnung je Firma gehört zu Plus.
  • Die Einrichtung scheitert selten an der Technik, sondern an unklaren Konditionen: Wer bekommt welchen Preis, und warum.
  • Firmenkonten und Netto-Zahlungsziele sind auf Basic, Grow, Advanced und Plus verfügbar. Plus erweitert unter anderem die Katalogzuordnung und Anzahl; bei Standardtarifen wird für B2B-Kataloge das neue Shopify Markets benötigt.

Firmen statt Einzelkunden

Der zentrale Unterschied: Im B2B-Modus verwaltet Shopify Unternehmen, nicht Personen. Ein Unternehmen kann mehrere Einkäufer haben, die sich einzeln anmelden, aber dieselben Konditionen und Adressen nutzen.

Das klingt nach einem Detail und ist der Kern. Damit lässt sich beantworten, was im Endkundenshop keinen Sinn ergibt: Welcher Mitarbeiter darf bestellen, bis zu welchem Betrag, und auf welche Rechnung läuft das.

Preislisten: der eigentliche Hebel

Hinterlege B2B-Kataloge mit passenden Preisen. Auf Basic, Grow und Advanced können bis zu drei aktive Kataloge B2B-Märkten zugeordnet werden; dafür ist das neue Shopify Markets erforderlich. Plus erlaubt zusätzlich unbegrenzt viele Kataloge und deren direkte Zuordnung zu Firmen oder Firmenstandorten.

Dazu kommen Mengenstaffeln und Mindestabnahmen je Produkt. Wer ab fünfzig Stück einen anderen Preis bekommt, muss das nicht mehr per Angebot abwickeln.

  • B2B-Marktkataloge auf Standardtarifen; direkte Firmen- oder Standortzuordnung auf Plus
  • Feste Preise oder prozentualer Abschlag auf den Listenpreis
  • Mengenstaffeln und Mindestbestellmengen je Artikel
  • Eigene Währung je Firma bei Auslandskunden
FunktionBasic / Grow / AdvancedPlus
Firmenkonten und Netto-ZahlungszieleVerfügbarVerfügbar
Aktive B2B-MarktkatalogeBis zu drei; neues Markets erforderlichUnbegrenzt
Katalog direkt je Firma oder StandortNicht verfügbarVerfügbar
Anzahlungen bei B2B-ZahlungszielenNicht verfügbarVerfügbar

Zahlungsziele und Bestellung auf Rechnung

Geschäftskunden zahlen selten per Kreditkarte im Checkout. Shopify kann Zahlungsbedingungen je Firma hinterlegen — etwa Zahlung innerhalb von dreißig Tagen.

Bei Zahlungszielen muss der Ablauf Rechnung beziehungsweise Forderung und späteren Zahlungseingang unterscheiden. Ein nur durch Zahlung ausgelöster Export bildet eine unbezahlte Rechnung noch nicht ab. zrapp erstellt in seinem beschriebenen Standardablauf erst bei Zahlungseingang einen Beleg; für Rechnungskauf vor Zahlung brauchst du daher einen passend eingerichteten zusätzlichen Prozess.

Was auf der B2B-Rechnung anders ist

EU-B2B-Warenlieferungen können bei erfüllten Voraussetzungen als innergemeinschaftliche Lieferung steuerfrei sein; der Erwerber versteuert dann den innergemeinschaftlichen Erwerb. Das ist von Reverse Charge bei bestimmten grenzüberschreitenden Dienstleistungen zu unterscheiden. Prüfe USt-IdNr., Warenbewegung und Nachweise für den konkreten Fall.

Und seit dem 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen elektronische Rechnungen im B2B empfangen können. Was das konkret heißt und bis wann, steht im Beitrag zur E-Rechnungspflicht.

Woran die Einrichtung meistens hängt

Nicht an Shopify. In fast allen Projekten liegt der Engpass davor: Die Konditionen sind gewachsen, stehen in Köpfen oder in einer Tabelle, und niemand kann sie vollständig benennen.

Bevor irgendetwas eingerichtet wird, brauchst du deshalb drei Listen: welche Kundengruppen es gibt, welchen Preis oder Abschlag jede bekommt, und welche Zahlungsbedingungen gelten. Das ist Kaufmannsarbeit, keine Technik — aber ohne sie wird der Shop nicht fertig.

Wann eine eigene App dazukommt

Der Standardumfang deckt viel ab. Eigene Entwicklung lohnt sich, wenn deine Konditionen Regeln folgen, die Shopify nicht kennt — Preise abhängig von der Jahresmenge, Freigaben über einem Betrag, oder ein Katalog, der aus der Warenwirtschaft kommt.

Dann bauen wir eine App, die genau diese Regel abbildet, statt sie in Preislisten nachzubauen und dauerhaft von Hand zu pflegen.

Quellen und Prüfstand

Die folgenden Quellen erläutern die im Beitrag beschriebenen Anforderungen und Funktionen. Prüfe bei der Einrichtung auch die Vorgaben deines konkreten Anwendungsfalls.

Häufige Fragen

Brauche ich für B2B Shopify Plus?

Nicht für die B2B-Grundfunktionen. Firmenkonten, B2B-Checkout und Netto-Zahlungsziele sind auf Basic, Grow, Advanced und Plus verfügbar. Plus bietet unter anderem unbegrenzte Kataloge und direkte Katalogzuordnung je Firma; Standardtarife erlauben bis zu drei aktive B2B-Marktkataloge mit dem neuen Shopify Markets.

Kann ein Shop B2B und Endkunden gleichzeitig bedienen?

Ja. Geschäftskunden melden sich an und sehen ihre Konditionen, alle anderen kaufen zu Listenpreisen. Wichtig ist, dass Netto- und Bruttodarstellung sauber getrennt sind.

Wie kommen die Preise aus unserer Warenwirtschaft in den Shop?

Über eine Schnittstelle. Das ist der häufigste Grund für eigene Entwicklung im B2B — sonst pflegt jemand dieselben Preise zweimal.

Können Einkäufer auf Rechnung bestellen?

Shopify unterstützt Zahlungsziele auf den genannten Tarifen. Prüfe zusätzlich den Rechnungsprozess: Die Rechnung kann vor Zahlung nötig sein. zrapp erzeugt im beschriebenen Standardablauf erst bei Zahlungseingang einen Beleg.

zrapp.group Logo

B2B-Shop aufbauen oder umbauen?

Wir schauen uns deine Konditionen an und sagen, was der Standard abdeckt und wofür es Entwicklung braucht.

Projekt anfragen ↗
Verwandte Beiträge
Entwicklung
Shopify Plus: ab wann sich der Wechsel rechnet
Entwicklung
Shopify headless: wann sich der Aufwand lohnt — und wann nicht
Entwicklung
Shopify an ERP und Warenwirtschaft anbinden
Projekt anfragen →