E-Rechnung

E-Rechnungspflicht für Shopify-Händler: Stufenplan 2025-2028

14. Juni 2026 · 4 Min. · zrapp.group · Aktualisiert 30. September 2026

Die E-Rechnungspflicht für Shopify-Händler ist seit dem 1. Januar 2025 Realität: Im B2B-Geschäft musst du elektronische Rechnungen empfangen können, und die Pflicht zur Ausstellung kommt gestaffelt bis 2028. In diesem Artikel bekommst du den vollständigen gesetzlichen Stufenplan, die relevanten Fristen und eine klare Erklärung, warum Shopify diese Formate nicht von Haus aus erzeugt.

Das Wichtigste in Kürze
  • Seit 1. Januar 2025 müssen inländische Unternehmen grundsätzlich E-Rechnungen empfangen können – auch Kleinunternehmer.
  • 2025 und 2026 dürfen Rechnungsaussteller noch Papier verwenden. Eine einfache PDF-Rechnung ist in der Übergangszeit nur mit Zustimmung des Empfängers zulässig.
  • 2027 gilt diese Erleichterung grundsätzlich nur bei höchstens 800.000 € Vorjahresumsatz; zusätzlich gibt es eine Übergangsregel für bestimmte EDI-Verfahren.
  • Ab 2028 endet die allgemeine Übergangsphase. Ausnahmen, etwa für Kleinunternehmer, Kleinbetragsrechnungen und bestimmte steuerfreie Umsätze, bleiben bestehen.

Was die E-Rechnungspflicht konkret bedeutet

Eine E-Rechnung enthält strukturierte Rechnungsdaten, die Software verarbeiten kann. Ein einfaches PDF oder eine Bestellbestätigung ohne diesen Datensatz ist eine sonstige Rechnung. Geeignet sind insbesondere XRechnung und normgerechte ZUGFeRD-Profile.

Die deutsche Pflicht betrifft grundsätzlich Umsätze zwischen inländischen Unternehmern. B2C-Verkäufe und grenzüberschreitende Sachverhalte fallen nicht pauschal darunter. Ausnahmen bestehen unter anderem für Kleinunternehmer als Aussteller, Kleinbetragsrechnungen bis 250 €, Fahrausweise und bestimmte nach § 4 UStG steuerfreie Leistungen.

Der Stufenplan 2025 bis 2028

Empfang und Ausstellung haben unterschiedliche Fristen. Für den Empfang gibt es grundsätzlich keine Übergangsphase. Bei der Ausstellung zählt 2027 der Vorjahresumsatz des Rechnungsausstellers, nicht der Umsatz des Empfängers.

Ein einfaches PDF braucht während der Übergangsregel die Zustimmung des Empfängers. Für Papier gilt diese Zustimmungsvoraussetzung nicht. Die gesetzliche Möglichkeit, bestimmte EDI-Verfahren bis Ende 2027 weiter zu nutzen, ist gesondert zu prüfen.

ZeitraumEmpfangAusstellung im betroffenen inländischen B2B-Fall
2025–2026Grundsätzlich möglich machenPapier zulässig; PDF mit Zustimmung
2027Weiter erforderlichGrundsätzlich E-Rechnung; Papier/PDF-Erleichterung bei Vorjahresumsatz ≤ 800.000 €
Ab 2028Weiter erforderlichStrukturierte E-Rechnung; gesetzliche Ausnahmen bleiben

Empfangspflicht: Was seit 2025 schon gilt

Für den Empfang kann ein E-Mail-Postfach genügen. Für Prüfung, Zuordnung und Aufbewahrung brauchst du zusätzlich einen nachvollziehbaren Ablauf. Es genügt nicht, nur einen Ausdruck oder eine aus dem XML erzeugte Ansicht abzulegen.

Bewahre zumindest den strukturierten Teil der E-Rechnung in seiner ursprünglichen Form auf und schütze ihn vor unbemerkten Änderungen. Ergänzende Informationen und Anhänge können ebenfalls aufbewahrungspflichtig sein. Ein bloßes Umbenennen in PDF ersetzt diesen Ablauf nicht. Wie du ihn einrichtest, steht in E-Rechnung empfangen.

Warum Shopify nativ kein ZUGFeRD oder XRechnung kann

Shopify-Bestellbestätigungen sind keine automatisch normgerechten strukturierten E-Rechnungen. Auch ein mit Order Printer erzeugtes Dokument muss anhand seiner tatsächlichen Inhalte und seines Formats geprüft werden. Ein einfaches PDF erfüllt die Strukturvoraussetzung nicht.

Shopify unterstützt Steuerfunktionen einschließlich EU-Steuer- und OSS-Einstellungen. Das ist von der Ausgabe einer deutschen E-Rechnung zu unterscheiden: Steuerberechnung, Rechnungsformat und Archivierung sind getrennte Aufgaben.

So machst du deinen Shopify-Shop e-rechnungsfähig

Prüfe zuerst, welche Bestellungen tatsächlich unter die Pflicht fallen. Wähle anschließend eine Rechnungs-App oder Buchhaltungsanbindung, die das benötigte Format, die Pflichtangaben und die Aufbewahrung in deinem konkreten Ablauf unterstützt. Nicht jede Bestellung muss als deutsche B2B-E-Rechnung ausgegeben werden.

Mit belegio lassen sich automatische Rechnungen mit belegio, inklusive ZUGFeRD und XRechnung. Wer in vorhandenen Buchhaltungs-Workflows bleiben will, verbindet seinen Shop alternativ direkt: etwa mit sevdesk oder mit Lexware Office. Bei der Auswahl und Einrichtung helfen wir gern – ein Blick auf unsere Leistungen lohnt sich.

Wer eine eigenständige Rechnungssoftware mit integrierter Warenwirtschaft und E-Rechnung sucht – auch unabhängig vom Shop-System – findet mit Invoify eine weitere deutsche Lösung (ZUGFeRD und XRechnung serienmäßig).

Was du bis zu den Fristen vorbereiten solltest

Auch wenn die volle Ausstellungspflicht erst 2027/2028 greift, solltest du früh handeln. Die Empfangspflicht gilt bereits, und eine saubere E-Rechnungs-Infrastruktur spart später Stress und Fehlerquellen.

Prüfe deine Stammdaten (USt-IdNr., vollständige § 14-Pflichtangaben), kläre dein B2B-Anteilsvolumen und entscheide, ob du Belege aus Shopify heraus oder über dein Buchhaltungssystem erstellst. Wer auch grenzüberschreitend verkauft, sollte zusätzlich Österreich (Kleinunternehmergrenze 55.000 € brutto seit 2025) und die Schweiz (MwSt-Pflicht ab CHF 100.000 Umsatz) im Blick behalten.

Quellen und Prüfstand

Die folgenden Quellen erläutern die im Beitrag beschriebenen Anforderungen und Funktionen. Prüfe bei der Einrichtung auch die Vorgaben deines konkreten Anwendungsfalls.

Häufige Fragen

Gilt die E-Rechnungspflicht auch für meinen Shopify-Shop?

Grundsätzlich für betroffene inländische B2B-Umsätze. Der Empfang ist seit 2025 erforderlich. Die Ausstellung wird bis 2028 gestaffelt, mit der 800.000-€-Vorjahresumsatzgrenze für die Erleichterung 2027. Kleinunternehmer und weitere gesetzliche Ausnahmen sind gesondert zu berücksichtigen.

Ist ein PDF aus Shopify schon eine E-Rechnung?

Nein. Eine E-Rechnung ist ein strukturierter, maschinenlesbarer Datensatz nach EN 16931, also ZUGFeRD oder XRechnung. Ein klassisches Shopify-PDF ohne eingebettetes, normkonformes XML erfüllt diese Anforderung nicht.

Kann Shopify selbst ZUGFeRD oder XRechnung erzeugen?

Nein, nicht von Haus aus. Shopify kennt die deutschen E-Rechnungsformate nicht. Du benötigst eine ergänzende App wie belegio oder eine Anbindung an dein Buchhaltungssystem, um normkonforme E-Rechnungen zu erstellen.

Sind Kleinunternehmer von der E-Rechnungspflicht ausgenommen?

Von der Ausstellungspflicht ja. Sie müssen seit 2025 aber grundsätzlich E-Rechnungen empfangen können. Die Ausnahme ist nicht bloß eine spätere Ausstellungsfrist.

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