1. Sortiment und Liefergebiet festlegen
Schreibe vor der Einrichtung auf, was du verkaufst, an wen und in welche Länder. Ein Shop mit physischen Produkten benötigt andere Versandprozesse als ein Shop für digitale Leistungen. Internationaler Verkauf bringt zusätzlich Übersetzungen, Währungen und länderspezifische Anforderungen mit.
Bereite für einige repräsentative Produkte Titel, Bilder, Beschreibungen, Varianten, SKUs, Preise, Gewicht und Bestand vor. Nutze bewusst ein einfaches Produkt und eines mit Varianten: An diesen beiden Fällen erkennst du früh, ob deine Daten und das gewählte Theme zusammenpassen.
2. Shop anlegen und Grundeinstellungen prüfen
Lege den Shop mit einem Konto an, das deinem Unternehmen gehört. Prüfe Unternehmensadresse, Kontaktadresse, Zeitzone und Währung. Gib Mitarbeitenden oder Dienstleistern eigene Zugänge mit den benötigten Berechtigungen, statt den Inhaberzugang zu teilen.
Wähle den Tarif anhand deiner Anforderungen. Vergleiche dafür die aktuellen Shopify-Tarife. Für die Budgetplanung gehören zusätzlich Theme, Apps, Zahlungsabwicklung und mögliche Dienstleistungen auf eine separate Liste. Ein Aktionspreis bildet die späteren Betriebskosten nicht ab.
3. Produkte und Kollektionen strukturieren
Lege zunächst deine Testprodukte an. Prüfe, ob Varianten eindeutig benannt sind, Bilder zu den richtigen Varianten gehören und der Bestand am passenden Standort geführt wird. Bei größeren Sortimenten bereitest du eine Shopify-kompatible CSV vor und importierst zuerst eine kleine Stichprobe.
Kollektionen gruppieren Produkte für deine Navigation. Ordne sie nach der Frage, wie Kunden einkaufen: Produktart, Anwendungsfall oder Sortiment. Eine verständliche Struktur hilft mehr als viele kaum gefüllte Kategorien. Ergänze Produkttitel und Beschreibungen, die Eigenschaften, Lieferumfang und Unterschiede erklären.
4. Theme auswählen und wichtige Seiten gestalten
Teste ein Theme mit deinen echten Produkten, bevor du es veröffentlichst oder kaufst. Prüfe Produktseite, Kollektion, Suche, Warenkorb und Menü auf einem Smartphone. Ein schöner Screenshot der Startseite zeigt noch nicht, ob Kunden Varianten auswählen und Informationen finden können.
Passe Farben, Typografie, Logo, Abstände und Seitenabschnitte im Theme-Editor an. Nutze eine separate Vorlage, wenn einzelne Produkte andere Inhalte benötigen. Details zur Grenze zwischen Editor, Code und App findest du in Shopify Theme anpassen.
- Startseite: Angebot und Einstieg ins Sortiment verständlich machen.
- Produktseite: Preis, Varianten, Versandhinweis und Kaufbutton prüfen.
- Navigation: Produkte, Kontakt und wichtige Informationen erreichbar machen.
- Mobilansicht: Menü, Textlängen und Warenkorb mit echten Inhalten testen.
5. Zahlungen, Versand und Steuern einrichten
Aktiviere die Zahlungsanbieter, die für dein Unternehmen und deine Verkaufsländer verfügbar sind. Prüfe Auszahlungsdaten, Gebühren und erforderliche Verifizierung. Versandprofile und Versandzonen müssen zu deinen Produkten und Lagerstandorten passen; teste besonders Mischkörbe und kostenlose Versandgrenzen.
Lege die steuerliche Behandlung anhand deines Unternehmens und deiner Verkäufe fest. Das Einschalten einer Steueroption ersetzt keine Prüfung des konkreten Falls. Unsere Artikel zu Kleinunternehmern und OSS helfen bei der Einordnung. Die Schweiz gehört dabei nicht zum EU-OSS-Gebiet.
6. Informationen, Rechnungen und Apps ergänzen
Ergänze Kontaktinformationen, Lieferbedingungen und die erforderlichen rechtlichen Informationen passend zu deinem Geschäft. Prüfe auch die Einbindung von Einwilligungen und Tracking. Vorlagen musst du auf deinen Shop und deine tatsächlich eingesetzten Dienste abstimmen.
Definiere den Belegprozess: Wer erzeugt Rechnungen, wo werden sie gespeichert und wie werden Erstattungen verarbeitet? Eine Bestellbestätigung ist nicht automatisch eine Rechnung mit allen erforderlichen Angaben. Der Shopify-Buchhaltungsleitfaden beschreibt die möglichen Abläufe.
Installiere Apps für konkrete Aufgaben. Halte fest, wer sie betreut, welche Daten sie benötigen und was sie laufend kosten. Für Anforderungen außerhalb vorhandener Apps erklären wir den Ablauf einer eigenen Shopify-App.
7. Testbestellungen durchführen
Prüfe einen vollständigen Ablauf mit den von deinem Zahlungsanbieter unterstützten Testmöglichkeiten. Danach kann eine kleine reale Bestellung sinnvoll sein, um Auszahlungen und Belege zu kontrollieren; dabei können Gebühren entstehen. Deaktiviere einen verwendeten Testmodus vor dem Verkauf.
Dokumentiere das erwartete Ergebnis je Test. So erkennst du, ob ein Fehler beim Versand, in der Steuerberechnung oder in einer angebundenen App liegt.
| Testfall | Was du kontrollierst |
|---|---|
| Produkt mit Varianten | Richtige Variante, Bild, Preis und Bestand |
| Lieferadresse im Zielgebiet | Verfügbare Versandart und korrekter Gesamtpreis |
| Rabatt oder Versandgrenze | Korrekte Berechnung und Beleg |
| Storno oder Erstattung | Zahlung, Lagerbestand und Buchhaltung |
| Mobilbestellung | Bedienbarkeit von Produktseite bis Bestätigung |
8. Domain verbinden und kontrolliert veröffentlichen
Verbinde deine Domain und prüfe, ob die primäre Adresse korrekt erreichbar ist und HTTPS funktioniert. Bestehende E-Mail-Dienste müssen bei DNS-Änderungen erhalten bleiben. Wenn der Shop einen bisherigen Shop ersetzt, brauchst du zusätzlich ein URL-Mapping; siehe WooCommerce zu Shopify migrieren.
Veröffentliche erst nach bestandenen Tests und entferne den Passwortschutz, sobald der Shop verkaufsbereit ist und die erforderlichen Tarifbedingungen erfüllt sind. Kontrolliere in den ersten Tagen Bestellungen, Benachrichtigungen, Belege und Fehler. Zuständigkeiten für Support und technische Probleme sollten bereits feststehen.