E-Rechnung

ZUGFeRD oder XRechnung: Welches E-Rechnungs-Format brauche ich?

14. Juni 2026 · 4 Min. · zrapp.group · Aktualisiert 30. September 2026

ZUGFeRD verbindet eine lesbare PDF-Ansicht mit strukturierten XML-Daten. XRechnung legt deutsche Anforderungen auf Basis der europäischen Norm EN 16931 fest und wird als XML übermittelt. Für die Auswahl zählen nicht nur Dateiendung und Lesbarkeit, sondern auch Version, Profil und die Anforderungen des Empfängers.

Das Wichtigste in Kürze
  • ZUGFeRD ist ein Hybrid-Format: ein lesbares PDF mit eingebettetem XML-Datensatz. XRechnung ist ein reines XML ohne sichtbare PDF-Ansicht.
  • XRechnung und geeignete ZUGFeRD-Profile erfüllen die Anforderungen an strukturierte E-Rechnungen. Bei ZUGFeRD sind Version und Profil entscheidend: MINIMUM und BASIC-WL genügen nicht.
  • XRechnung ist der Standard für öffentliche Auftraggeber (B2G). ZUGFeRD ist im B2B beliebt, weil Menschen das PDF weiterhin lesen können.
  • Für reinen B2B-Versand kannst du frei wählen; entscheidend ist, dass dein Empfänger das Format verarbeiten kann.

Was ist eine E-Rechnung überhaupt?

Eine E-Rechnung ist nicht einfach ein PDF, das du per E-Mail verschickst. Eine echte E-Rechnung enthält die Rechnungsdaten in einem strukturierten, maschinenlesbaren Format, das Software automatisch auslesen und verbuchen kann. Maßgeblich ist die europäische Norm EN 16931, die festlegt, welche Felder in welcher Struktur vorhanden sein müssen.

Die Unterschiede gehen über den Dateicontainer hinaus. XRechnung konkretisiert EN 16931 als deutsche Core Invoice Usage Specification (CIUS) mit zusätzlichen Geschäftsregeln. ZUGFeRD bietet mehrere Profile mit unterschiedlichem Umfang. Nicht jedes Profil enthält den vollständigen normgerechten Rechnungskern.

ZUGFeRD: das Hybrid-Format (PDF + XML)

ZUGFeRD steht für "Zentraler User Guide des Forums elektronische Rechnung Deutschland". Es ist ein Hybrid-Format: Die Datei ist ein ganz normales PDF/A-3, in das ein XML-Datensatz unsichtbar eingebettet ist. Du siehst beim Öffnen die gewohnte Rechnung als PDF, die Buchhaltungssoftware liest dagegen das XML im Hintergrund aus.

Genau dieser doppelte Charakter macht ZUGFeRD im B2B beliebt: Menschen können die Rechnung weiterhin am Bildschirm lesen oder ausdrucken, während Maschinen die strukturierten Daten automatisch verarbeiten. Beim automatische Rechnungen mit belegio ist das ein praktischer Mittelweg zwischen Lesbarkeit und Automatisierung.

Nach den BMF-Hinweisen erfüllen ZUGFeRD-Versionen ab 2.0.1 grundsätzlich die gesetzlichen Anforderungen, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC-WL. Ein beliebiger XML-Anhang in einer PDF-Datei macht noch keine E-Rechnung. Prüfe das tatsächlich exportierte Profil und validiere den Datensatz.

XRechnung: das reine XML-Format

XRechnung ist ein reines XML-Format ohne sichtbare PDF-Schicht. Öffnest du die Datei direkt, siehst du nur strukturierten Code, keine optisch aufbereitete Rechnung. Zum Anschauen brauchst du einen Viewer, der das XML in eine lesbare Darstellung übersetzt.

XRechnung ist ein verbreiteter Standard für öffentliche Auftraggeber in Deutschland. Für B2G zählen zusätzlich die Vorgaben des konkreten Empfängers, etwa Leitweg-ID, Übermittlungskanal und akzeptierte Version. Ein normgerechtes ZUGFeRD-Dokument kann je nach Empfänger ebenfalls akzeptiert werden; „Behörde“ bedeutet deshalb nicht automatisch ausschließlich XRechnung.

ZUGFeRD oder XRechnung: die Unterschiede auf einen Blick

Beide Formate sind technisch gleichwertig im Sinne der Norm EN 16931; die Wahl hängt vom Empfänger und vom Anwendungsfall ab. Die folgenden Punkte fassen die wichtigsten Unterschiede zusammen:

  • Aufbau: ZUGFeRD = PDF mit eingebettetem XML (hybrid) · XRechnung = reines XML.
  • Lesbarkeit: ZUGFeRD ist ohne Tool für Menschen lesbar · XRechnung benötigt einen Viewer.
  • Typischer Einsatz: ZUGFeRD vor allem im B2B · XRechnung als Standard für öffentliche Auftraggeber (B2G).
  • Norm: XRechnung konkretisiert EN 16931; bei ZUGFeRD müssen Version und Profil normgerecht sein.
  • Dateiendung: ZUGFeRD = .pdf · XRechnung = .xml.
MerkmalZUGFeRDXRechnung
FormatHybrid: PDF mit eingebettetem XMLReines XML
Für Menschen lesbarJa (PDF-Ansicht)Mit einem XML-Viewer
Typischer EinsatzB2B allgemeinRechnungen an Behörden (B2G)
NormGeeignete Version und Profile gemäß EN 16931EN 16931 mit deutschen CIUS-Regeln
VerarbeitungPDF + strukturierte DatenVollständig automatisierbar

Welches Format solltest du als Shopify-Händler wählen?

Für den klassischen Shopify-Shop mit B2B-Anteil ist ZUGFeRD meist die pragmatischere Wahl: Deine Geschäftskunden bekommen ein lesbares PDF, ihre Software liest die strukturierten Daten aus – beide Seiten sind bedient. XRechnung wird relevant, sobald du gezielt an öffentliche Auftraggeber lieferst.

Die gute Nachricht: Ob deine Buchhaltung am Ende in sevdesk oder in Lexware Office landet, ändert nichts am Format-Prinzip. Entscheidend ist, dass dein Empfänger das gewählte Format verarbeiten kann. Im Zweifel fragst du kurz nach, oder du nutzt ein Tool, das beide Formate beherrscht und dir die Wahl pro Rechnung lässt.

Quellen und Prüfstand

Die folgenden Quellen erläutern die im Beitrag beschriebenen Anforderungen und Funktionen. Prüfe bei der Einrichtung auch die Vorgaben deines konkreten Anwendungsfalls.

Häufige Fragen

Ist ZUGFeRD oder XRechnung besser?

Das passende Format hängt vom Empfänger ab. ZUGFeRD bietet eine PDF-Ansicht; Version und Profil müssen geeignet sein. XRechnung enthält deutsche Zusatzregeln und wird häufig für öffentliche Auftraggeber verlangt. Prüfe dort auch Leitweg-ID und Übermittlungskanal.

Kann ich eine XRechnung als PDF öffnen?

Nicht direkt. Eine XRechnung ist reines XML und zeigt beim Öffnen nur strukturierten Code. Zum Anschauen brauchst du einen Viewer, der das XML in eine lesbare Rechnung übersetzt.

Ist ein normales PDF schon eine E-Rechnung?

Nein. Es braucht einen geeigneten strukturierten Datensatz. Bei ZUGFeRD sind unter anderem die Profile MINIMUM und BASIC-WL ausgeschlossen. Auch ein beliebiges XML innerhalb einer PDF-Datei genügt nicht.

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